Metamorphosen der Volksmusik:

Von Kalinka und Salsa zum Rap (von Angela Dietz)

Warnung an das Publikum! Hier werden Sie mit den Spätfolgen einer Akkordeonorchester-Erfahrung und einer Konservatoriums-Absolvenz konfrontiert! Weder Umtata noch Da-da-da-dam konnten den Reifungsprozess des musikalischen Genius` von Christl & Ilona verhindern.

Schlagzeugerin Ilona ist eine Wuchtbrumme, gesegnet mit zarter Stimme. Umstandslos wechselt die Pudelversteherin vom Dreivierteltakt-Heimatlied zum wilden Rodeo-Ritt auf der Piccolo-Snare und lächelt süß dabei.

Akkordeonistin Christl ist ein kraftstrotzender Schrat im Dirndl. Ob ihr Volksklavier funkige Offbeats ausspuckt oder die Treckerfluesterin ein Lied aus ihrer Heimat spielt, nie verzieht sie eine Miene.

Singen Christl & Ilona im Duett, fangen die Ohrmuscheln an zu vibrieren und die Herzfrequenz steigt. Kongenial begleitet die eine die andere oder umgekehrt, mit Stimmband, Fell und Tastatur. Bald wissen Sie nicht mehr weiter: Mitsingen? Bauch halten? Oder doch aufspringen und tanzen? Wenn dann noch vier Hände und drei Fuee gemeinsam an einem Schlagzeug meinen spielen zu muessen, ist wirklich alles zu spät zu spaet, um den Saal zu verlassen. Sie haben soeben Ihre Liebe zur Volksmusik entdeckt. Betört lauschen Sie .....

Und falls Sie noch nicht wussten, was Sie mit Möhren, Akkordeonkoffern, goldenen Spitzendeckchen, Herdplatten-Abdeck-Blechen und begabtem Mundwerk so alles anstellen koennen, dann lassen Sie sich überzeugen: Kein Ding klingt, wie es scheint. In ihren Songs verstecken Christl & Ilona geheimnisvolle Substanzen gegen Jet-Lag, besingen ganze ICE-Züge, Blumenzucht und Treckermotoren, praesentieren Glückshormone und nebenbei eine Liebesgeschichte.

Das ist immer alles eine Handbreit ber der Gürtellinie. Vom sakralen Gesang bis zum orgiastischen ist es jedoch nicht weit.



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